Christian Lauer


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Musikergedicht (Für Musiker und Bandmitglieder)

(am Besten die unterstrichenen Stellen betonen, dann stimmt das Versmaß)

 

 

 

Für manche Menschen ist Musik echt alles in der Welt

das ist manchmal viel wichtiger als Autos, Schmuck und Geld.

Doch bringt das auch Probleme mit sich, wie ihr nun erfahrt.

Das Leben mit Musik ist manchmal für den Künstler  hart.

 

Um den Laien zu beschreiben, wie das so funktioniert

wenn man sich gerne als Musiker in der Gruppe integriert,

wie das dann dort so zugeht, sag ich nun jedermann

zwar etwas überzeichnet, aber mit viel Wahrheit dran.

 

Wenn man Musik macht,  spielt man zusammen in ´ner Band

aber da gibt´s oft Probleme, ich glaub ich hab es schon erwähnt.

Denn jeder will hier wichtig sein und mehr als einer Chef,

ich weiß wovon ich rede, ich kenn´s aus dem Effeff.

 

Beginnen wir mit dem Sänger, der meist eingebildet iss

mit leichtem Hang zum Größenwahn, also mindestens Narziss.

Er streitet mit den Musikern über die Tonarten rum,

weil gehts zu hoch oder zu tief, singt er die Töne krumm.

 

Er quält den Gitarristen mit Cis-Moll oder B-Dur

und wills nicht anders singen, ja da bleibt er wirklich stur.

Der bricht sich fast die Finger und ihm geht gleich durch der Gaul

und denkt: Sänger, halt die Fresse, sonst schlag ich dir aufs Maul.

 

Und nach der Probe zieht der Sänger schnell das Mikro raus

während die anderen noch schleppen, ist Mr. Voice schon längst zu Haus.

bei seinem pudelnackten Luder , die andern fühlen sich geneppt,

das hat auf dem letzten Gig erfolgreich abgeschleppt.

 

Als nächstes kommt der Keyboarder, und wie ihr alle wisst

streitet er stets mit dem Sänger, wer der Chef der Truppe ist.

Musikalisch oft genial doch stimmlich meistens kein Gewinn

stellt man ihn auf der Bühne eher seitlich hinten hin.

 

Für Backroundstimmen reichts jedoch noch meist auf jeden Fall

und wenns mal Solo sein soll: "Ey Technik, sch`brauch mehr Hall"!

Er gibt den Ton an und er will Musik niveauvoll ausgestalten

und versucht die Truppe irgendwie zusammen noch zu halten.

 

Er denkt: Wenn meine Stimme so genial wie meine Musik wär

dann wär ich heut kein Polizist, sondern Plattenmillionär.

Mit geilen Weibern und ´ner Yacht, ja das wär wirklich cool

Elton John,    ja der hat beides,         doch der ist dafür schwul.

 

Der Gitarrist der Band ist das musikalische Genie

doch ohne Alkohol und Drogen schafft er den Auftritt nie.

Ansonsten hat der Gitarrist nichts Anständiges gelernt

ohne sein Gerät ist er vom Alltag weit entfernt.

 

Die Menge zu begeistern fällt ihm beim Konzert nicht schwer

das was ihm fehlt ist einzig nur ein fleißiger Friseur.

Er traktiert seine Gitarre und hält den Rest damit auf Trab

und kriegt mit dem Sänger nach dem Gig die meisten Mädels ab.

 

Er genießt das Leben, nimmt alles mit ganz ohne Maß und Ziel

und eines Tages rächt sich dann der raue Lebensstil.

Die Karriere endet meistens und ich sage es ganz schlicht

mit 60 schon im Altersheim mit Arthrose, Aids und Gicht.

 

Ganz anders der Bassist, der solide fest im Leben steht.

Er hat was Anständiges gelernt, weil mit Musik allein nix geht.

Er wollte einst Musiker werden, doch vom Genie sehr weit entfernt

hat er aus lauter Frust halt das Bassspielen erlernt.

 

Bassisten glauben echt daran, sie gehören voll dazu

doch das ist nur ein Irrglaube, ey Basser, alles Schmu.

Bei Proben und beim Live-Konzert nimmt ihn niemand richtig wahr.

und will er nach dem GIG ein Groupie, geht das nur in bar.

 

Und als er sich alleine vom Konzertschauplatz entfernt

denkt er, hätt` ich doch früher ein Instrument erlernt.

Doch jetzt ist es zu spät, denkt er für sich: Du Idiot!

Basser sterben meist einen sehr sehr einsamen Tod.

 

Kommen wir zum Schlagzeuger, auch Drummer oft genannt

Manchen ist er auch als "Hau den Lukas" nur bekannt.

Drummer  lernten Schlagzeug nur um Frust gut abzubaun.

Wenn sie nämlich kein Schlagzeug hätten, dann schlügen sie ihre Fraun.

 

Auch der der Drummer denkt sehr oft,  er sei auch musikalisch

doch Mimik, Gestik, Körperhaltung wirken animalisch.

Er haut wie so ein Wilder auf Basedrum, Snare und Becken

der Bassist vor ihm, er wünscht dem Drummer elendiges Verrecken.

 

 

Bei jedem Gig bringt er am Schlagzeug an ein neues Teil

er haut ganz feste drauf und schreit dann innerlich: "Wie geil"!

Doch vor ihm sind die Musiker schon sichtlich arg geschlaucht

weil ihnen schon beim zweiten Lied das Trommelfell verraucht.

 

Keiner hört mehr richtig,  was er so eigentlich spielt

und jeder hilfesuchend nach dem Mann am Mischer schielt.

Am Schluss ist der Steigbügel im Ohr nur noch ein Trümmerhaufen

"Ey Drummer, für den nächsten GIG hast du ein E-Drum dir zu kaufen.

 

Dieser Satz,  er wirkt für einen Drummer ähnlich wie

der Besuch im Tierheim für nen Mensch mit Katzenallergie.

Er bläst sich auf, fängt an zu schrein, wird grün und rot und blau.

Das ist nur was für Schwuchtel, halts Maul du blöde Sau!

 

 

Er will den Sprecher mit den Stöcken regelrecht zerhächseln.

das ist der Grund, warum Drummer die Bands so sehr schnell wechseln.

Und als er geht, fragt er den Basser, bin ich jetzt deshalb raus?

Nicht nur, weil Drummer könn´n nicht singen und sehn meistens scheiße aus.        

 

Dann wär dann noch die Tontechnik, also der am Mischer steht

der mit dem der Musiker dann permanent auf Kriegsfuß steht.

Er gibt sich alle Mühe, doch ich sage es ganz schlicht

´nen ordentlichen Klang, den schafft der Mischer nicht.

 

Von Mischern gibts zwei Arten, das muss man dazu wissen

Mischer Nummer 1, der ist komplett beschissen.

Zum Musikmachen fehlte ihm komplettder Intellekt

er hat das mit dem Einsatz und den Noten nicht gecheckt.

 

Doch um trotzdem irgendwie dazu nun zu gehören

will er den LIVE-GIG nun mit seinen Taten stören.

Er tut sehr wichtig       und dreht ständig irgendwo rum.

Es quietscht und fiept und rauscht, doch was wichtig ist, bleibt stumm.

 

Ganz cool sitzt er mit schwarzem T-Shirt unterm Pavillon

aufgeblasen und so hohl wie ein Heißluftballon.

Das ganze Live-Konzert setzt er so in den Sand

und ist sein Geld nicht wert, nicht mal den Flaschenpfand.

 

Da gibt es aber noch       ´ne andre Art von Mischer

doch besser wird das nicht,     das ist jetzt mal sicher.

Mischer Nummer 2 hat Ahnung wie ein Tier

doch leidet er an Tinnitus und Hörsturz Nummer 4.

 

Der hat sein halbes Leben auf der Bühne nur verbracht

und eigentlich den Plan, weil dort Musik gemacht.

Doch Abmischen, das fällt ihm mittlerweile wirklich schwer

denn er weiß doch will`s nicht wahrhaben, das mit dem Gehör.

 

So dreht er denn auf Zuruf die Kanäle auf und zu.

so ist er schnell mit allen Musikern auf du und du.

Doch jeder will sich lauter hören, und zeigt ihm das auf

So nimmt denn auch das Unheil so langsam seinen Lauf.

 

Er kann sich leider nicht mehr auf das Gehör verlassen

Höhen oder Mitten?  Da muss er leider passen.

Und die Band sie wundert sich, warum hier keiner klatscht

weil Mischer Nummer 2 den ganzen Ton vermatscht.

 

Die Gäste gehen nach dem GIG so langsam heim

da treffen Musiker und Mischer dann noch am Bierstand ein.

Es wird gestritten, diskutiert und sich verteidigt dort wie´s Messer

und später sagen sie dann, beim nächsten Mal wirds besser.

 

Doch diese Sätze sind nur heiße Luft wie jeder weiß

denn nächstes Mal  produziern sie doch den gleichen Scheiß.